5. Januar 2026

Wenn Beipackzettel zur Hürde werden

Viele ältere Menschen scheitern an Beipackzetteln mit kleiner Schrift, komplizierter Sprache und unübersichtlichem Aufbau. Statt Sicherheit entsteht Verunsicherung.

Ingrid Korosec

Ingrid Korosec

Präsidentin des Österr. Seniorenbundes, Abgeordnete zum Wr. Landtag, Volksanwältin a.D.

Viele ältere Menschen stehen regelmäßig vor einem unnötigen Hindernis: den Beipackzetteln von Medikamenten. Was eigentlich Sicherheit und Klarheit bieten soll, führt oft zu Verwirrung und Verunsicherung.

Die Schrift ist häufig so klein, dass sie ohne Lupe kaum zu lesen ist. Gerade Menschen mit nachlassender Sehkraft haben dadurch Schwierigkeiten, wichtige Informationen wie Dosierung oder Warnhinweise richtig zu erfassen.

Dazu kommt die komplizierte Fachsprache. Medizinische Begriffe, verschachtelte Sätze und lange Abschnitte machen es selbst für geübte Leserinnen und Leser schwer, die Inhalte zu verstehen.

Für viele Seniorinnen und Senioren bedeutet das: Man muss raten, nachfragen oder – im schlimmsten Fall – verzichtet aus Unsicherheit auf ein notwendiges Medikament.

Auch die Länge und Unübersichtlichkeit der Beipackzettel stellt ein Problem dar. Riesige Faltblätter, die kaum aus dem Karton zu bekommen sind, wirken überfordernd. Wichtige Hinweise gehen im Textmeer unter, während weniger relevante Details mitunter seitenweise erklärt werden.

Dabei wäre es so wichtig, dass gerade ältere Menschen ihre Medikamente leicht, sicher und selbstständig anwenden können. Klarere Sprache, größere Schrift und eine übersichtlichere Struktur wären einfache Maßnahmen, die großen Nutzen bringen würden.

Der Österreichische Seniorenbund setzt sich deshalb dafür ein, dass Beipackzettel verständlicher und barrierefreier gestaltet werden – damit Sicherheit nicht an der Lesbarkeit scheitert!

Eine Möglichkeit wäre eine Kurzzusammenfassung dessen, was für die Einnahme des Medikaments relevant ist – und das in größerer Schrift.

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