Das alte Jahr ist gegangen, die Herausforderungen sind geblieben. Die hohen Lebenshaltungskosten machen vielen Menschen nach wie vor zu schaffen, vor allem vielen Pensionistinnen und Pensionisten. Dass die Regierung die Mehrwertsteuer auf viele Grundnahrungsmittel senkt, ist gut. Das allein reicht aber nicht, um die Teuerung abzufedern.
Der Österreichische Seniorenbund wird auch 2026 alles tun, um das Leben der Pensionistinnen und Pensionisten zu erleichtern.
Vergangenen Freitag habe ich bei einem Pressegespräch in Wien mein Forderungspaket an die Bundesregierung für das Jahr 2026 präsentiert:
Belastungsstopp für Pensionistinnen und Pensionisten! Sie tragen bereits genug zur Sanierung des Staatshaushalts bei: 4,5 Milliarden Euro bis zum Ende der Legislaturperiode: 1,5 Milliarden durch die gestaffelte Pensionsanpassung 2026 und 3 Milliarden durch die Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge von 5,1% auf 6% seit 1. Juni 2025.
Volle Inflationsanpassung für 2027 – auch für mittlere Pensionen.
- Frühzeitige Einbindung der Seniorenvertreter in die Verhandlungen zur Pensionsanpassung für 2027.
- Alter(n)sgerechte Arbeitsplätze: Nötig ist ein Schulterschluss zw. Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Sozialpartnern – mit Fokus auf Frauen! Wenn das faktische Pensionsantrittsalter steigen soll, dann muss es auch genügend Jobs für Menschen 50 + geben.
- Recht auf Wahlfreiheit statt Digitalisierungszwang durch gesetzliche Verankerung. Die immer raschere Digitalisierung bleibt auf unserer Agenda. Sie soll das Leben einfacher machen, zurückgelassen darf aber niemand werden. Wahlfreiheit – analog/digital – muss bleiben! Wir verlangen auch: Ansprechpersonen in Ämtern und Gemeinden sowie mehr Initiativen und Förderungen für digitale Kompetenzen und technische Ausrüstung für Seniorinnen und Senioren.
- Große Reformen bei Pflege und Gesundheit! Für mich ist die „Finanzierung aus einer Hand“, auf die ich seit vielen Jahren dränge, das Gebot der Stunde.
- Sozialleistungen müssen endlich raus aus dem Pensionstopf! Viele Sozialausgaben werden im Budget bei den Pensionsausgaben mitgerechnet. Solange es keine „Kostenwahrheit“ gibt, wird das gute Umlage-System schlecht geredet.
Das Medienecho war groß. Durch öffentliche Auftritte und durch Hartnäckigkeit erreichen wir immer wieder Gutes für Seniorinnen und Senioren. Alles ist leider nicht sofort erreichbar. Wir sind Interessenvertreter und ein Sozialpartner, aber keine Gesetzgeber. Wir können aufzeigen, fordern, Überzeugungsarbeit leisten. Umsetzen muss die Politik.
Es ist uns aber gelungen, dass Arbeiten in der Pension attraktiver wird – durch Erleichterungen für Pensionistinnen und Pensionisten, die freiwillig weiterarbeiten. Wer bis zu 15.000 Euro im Jahr dazuverdient, muss dafür keine Steuern zahlen. Und wir haben erreicht, dass der Freibetrag nicht nur für Angestellte, sondern auch für Selbstständige gilt. Der Wermutstropfen: Nicht wie im Regierungsprogramm vorgesehen greift die Verbesserung schon heuer, sondern ab Jänner 2027.
100 Prozent des Geforderten kann es nicht immer geben. Wir arbeiten aber auch 2026 mit 120 % für die Anliegen der Seniorinnen und Senioren! Bewegen wir gemeinsam! Gestalten wir gemeinsam! Ich freue mich darauf!



