11.08.2017

Korosec zu Hausarztmangel: Finanzierung aus einer Hand löst das Problem

Appell der Seniorenbund-Präsidentin: „Bestehende Mehrgleisigkeiten beseitigen!“

Wien - Für Ingrid Korosec, Präsidentin des Österreichischen Seniorenbundes, liegt die Lösung des Problems der fehlenden Hausärzte in einer „klar strukturierten und nachvollziehbaren Finanzierung des Systems“. 

„Wenn das Problem der bestehenden Finanzierungsstrom-Aufsplitterung zwischen Krankenhausbudget, Krankenkassen und Bundesländern gelöst ist und die Finanzierungsströme endlich vereinheitlicht sind, dann löst sich auch das Problem der fehlenden Hausärzte“, kommentiert Korosec aktuelle Tageszeitungsberichte, die den bundesweiten Hausarztmangel zum Thema haben. 

Es sei nicht zu begreifen, warum zwei Ärzte in benachbarten Bundesländern für dieselbe Leistung unterschiedlich bezahlt würden. Dasselbe gelte für den Bereich der Pflege, wo ebensolche Mehrgleisigkeiten bei der Finanzierung bestünden. „Auch die Patienten bekommen in den Bundesländern unterschiedliche Leistungen, obwohl sie die gleichen Beiträge zahlen“, ergänzt die Seniorenbund-Präsidentin. „Der Hausarzt war, ist und bleibt der Gesundheitsmanager der Familie. Eine aktuelle Studie der Medizinischen Universität Graz zum Thema Berufsmotivation von Studierenden und jungen Ärztinnen bzw. Ärzten nennt „Die spezifische Arzt-Patienten-Beziehung“ sowie „Als Hausarzt primärer Ansprechpartner der Patienten zu sein“ als „wichtigste Faktoren, die den Hausarztberuf attraktiv machen“. Als Hauptgrund, warum der Hausarztberuf nach Meinung der Befragten unattraktiv ist, weist die Studie das Argument „Mit einer Kassenarztstelle zu wenig Zeit für die Patienten“ aus. 

„Es ist ganz offensichtlich und hiermit auch wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Wichtigkeit des Hausarztes für die Patientinnen und Patienten immens ist – als Mediziner, aber auch als Ansprechpartner in Fragen des täglichen Lebens“, resümiert Korosec. Der Hausarztmangel sei letztlich, so die Seniorenbund-Präsidentin, nur das Symptom eines veralteten, spröden Systems, das „dringend einer strukturellen Neuaufstellung bedarf“. Die Opfer seien die Patientinnen und Patienten.