Unsere Geschichte

Seit mehr als 60 Jahren Seniorenbund

1952: Der gemeinnützige Verein wird gegründet

Die Vereinsgründung erfolgte auf Bundesebene und wurde am 19. Dezember 1952 beim Bundesministerium für Inneres durch die Proponenten Alt-Gemeinderat Karl Holaubek und Bezirksrat Johann Filsmer, beide aus Wien, unter dem Vereinsnamen „Österreichischer Rentnerbund“ eingereicht.

Die ersten Bundesobmänner waren von 1952 bis 1967 Alt-Gemeinderat Karl Holaubek und der Abgeordnete Leopold Hartl. Als „Österreichischer Pensionisten- und Rentnerbund“ trat der Verein1956 in Erscheinung.

Anzumerken ist zu dieser Zeit, dass die Wiener-Organisation und die Bundesorganisation gemeinsam durchgeführt wurden. Erst durch die konstituierende Hauptversammlung am 29.6.1967 in Linz fand die eigentliche Gründung einer Dachorganisation unter dem Namen „Österreichischer Pensionisten- u. Rentnerbund“ statt. Die Gründung der (weiteren) Landesgruppen erfolgte laufend zwischen 1956 in Oberösterreich und 1976 in Vorarlberg.

Auf Bundesebene war Bundesrat Herbert Guglberger von 1967 bis zu seinem Tod im September 1971 als Bundesobmann tätig. Danach wurden die Geschäfte der Bundesleitung durch die damalige Obmann-Stellvertreterin, Frau Bezirksrätin Johanna Platter, dem damaligen Landesobmann des Oberösterreichischen Seniorenbundes, Erich Urban, und Generalsekretär Erich Troppmann bis zum Februar 1973 geführt.

In der Funktion des Generalsekretärs waren von 1967 bis April 1971 Gottfried Zach und ab Mai 1971 Erich Troppmann tätig.

Im März 1973 wurde Bundesrat Otto Hofmann-Wellenhof zum neuen Bundesobmann gewählt.

1977: Die Teilorganisation der ÖVP

Mittlerweile hatten der Bundesparteiobmann der Österreichischen Volkspartei (ÖVP), Dr. Josef Taus, und der zu diesem Zeitpunkt als Generalsekretär der ÖVP tätige Dr. Erhart Busek einen Plan entwickelt: Man wollte die Partei umbauen – aus den bisherigen drei ÖVP-Bünden (Arbeitnehmer, Gewerbetreibende, Bauern) sollten insgesamt sechs ÖVP-Teilorganisationen werden: Neben einer Organisation für die Älteren sollte eine für Frauenanliegen und eine für die Jungen dazukommen. Wer also sei geeignet, einen solchen „Seniorenbund“ zu führen? Man fand im ehemaligen ÖVP-Bundesparteiobmann und ehemaligen Vizekanzler Dr. Hermann Withalm, der in Medien und Bevölkerung mit dem Beinamen „Eiserner Hermann“ bedacht wurde, die geeignete Persönlichkeit. Dieser Beinamen war laut Zeitzeugen Withalms scharfem Denken und seiner Unbeirrbarkeit in Grundsatzfragen geschuldet.

Auf dem ÖVP-Parteitag 1977 in Linz wurde der Österreichische Seniorenbund als Teilorganisation der ÖVP gegründet. Seit 1977 stand der heutige Seniorenbund somit auf zwei Beinen: dem gemeinnützigen Verein einerseits und der Teilorganisation der ÖVP andererseits.

Auf zwei Säulen: Verein und Teilorganisation zugleich

Dr. Withalm war daher ab 1976 Bundesobmann des gemeinnützigen Vereines „Österreichischer Pensionisten- und Rentnerbund“ und ab 1977 zugleich Bundesobmann der neuen ÖVP-Teilorganisation „Seniorenbund“. Das Vorhaben, auch den gemeinnützigen Verein zeitgleich auf „Seniorenbund“ umzubenennen, musste vorerst vertagt werden: Bei der Vereinsbehörde war der Name zu diesem Zeitpunkt nämlich vergeben.

Das Generalsekretariat führte schon ab 1976 Josef Aschenbrenner, nach seinem krankheitsbedingten Ausscheiden übernahm 1981 Ing. Wilhelm Mohaupt dessen Funktion.

Am 14. November 1988 legte Withalm, seine Funktion als Bundesobmann zurück, der steirische Landtagspräsident Franz Wegart wurde sein Nachfolger. Im Oktober 1992 wurde der ehemalige Landeshauptmann-Stellvertreter Kärntens, Stefan Knafl, zum Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes und am 16.6.1993 bei der Bundes-Generalversammlung des Vereins Österreichischer Pensionisten- und Rentnerbund ebenfalls zu dessen Bundesobmann gewählt. Er war es, dem später – 1998 – auch die Umbenennung des gemeinnützigen Vereines in Österreichischer Seniorenbund gelingen sollte. Somit konnten Verein und Teilorganisation unter demselben Namen auftreten.

Das „dritte Standbein“: Senioren als gesetzliche Interessenvertreter in der Österreichischen Sozialpartnerschaft

Diese beiden Säulen alleine reichten jedoch schon Withalm nicht aus. Nach der innerparteilichen Zusammenarbeit und Anerkennung sollte nun auch die überparteiliche Ebene folgen. Nur so könne man das Recht der Mitsprache der Älteren auf allen Ebenen auch erreichen, er nannte dies das „dritte Standbein“ der Seniorenarbeit. Wichtige Schritte zur Umsetzung dieses wichtigen Vorhabens konnten so erst viel später gesetzt werden.

Stefan Knafl war es, der ab dem Beginn seiner Obmannschaft 1992 die entscheidenden Schritte setzen konnte, die den Seniorenbund im Jahr 2000 an das Ziel brachten: Im Bundessseniorengesetz wurde der Österreichische Seniorenrat in allen Angelegenheiten, die die Senioren betreffen können, den „alten“ Sozialpartnern gleichgestellt.

1995 erfolgte mit dem Gründungskongress der Europäischen Senioren Union (ESU), dessen erster Präsident Stefan Knafl war, der Schritt des Seniorenbundes über die Staatsgrenzen hinaus. Der Sitz der ESU war in den ersten Jahren im Büro der Bundesorganisation des Seniorenbundes in Wien. Schon im Folgejahr entsandte der Seniorenbund die erste eigene Abgeordnete ins Europaparlament: Dr. Marilies Flemming. Sie ist heute als Vizepräsidentin der mittlerweile in Deutschland angesiedelten ESU Europabeauftragte des Seniorenbundes. Ihr Nachfolger für den Seniorenbund im Europaparlament ist seit 2011 Generalsekretär Heinz K. Becker.

Am 2. Juni 2005 verstarb Bundesobmann Stefan Knafl. Beim 12. (außerordentlichen) Bundesseniorentag am 20.9.2005 in Graz trat der zu diesem Zeitpunkt amtierende erste Nationalratspräsident Univ.-Prof. Dr. Andreas Khol seine Nachfolge an. Er wurde 2009 mit 100 Prozent der Delegiertenstimmen in seinem Amt bestätigt. Anlässlich seiner Kandidatur bei der Bundespräsidentenwahl 2016 legte Khol seine Funktion als Seniorenbund-Obmann zurück. 

Seit 14.9.2016 steht Volksanwältin a.D. Ingrid Korosec als Präsidentin an der der Spitze des Österreichischen Seniorenbundes. 

Das Ziel des Seniorenbundes bleibt: Mitsprache auf Augenhöhe bei allen Themen, und das Recht seine Anliegen auf allen Ebenen selbst zu vertreten.